Microsoft hat mit dem aktuellen Sicherheitsupdate im April eine neue Funktion in Windows versteckt: Ein Speedtest-Tool, das direkt über das Netzwerk-Icon in der Taskleiste erreichbar ist. Die Idee, die Messung der Internet-Geschwindigkeit unmittelbar verfügbar zu machen, klingt vielversprechend, doch die Umsetzung wirft Fragen auf. Dieser Artikel beleuchtet, wie der integrierte Speedtest funktioniert, welche Einschränkungen bestehen, und stellt alternative Lösungen sowie relevante Marktzahlen vor.
Wie funktioniert der integrierte Speedtest in der Windows-Taskleiste?
Nach einem Rechtsklick auf das Netzwerk-Symbol in der Taskleiste erscheint ein neuer Menüpunkt Geschwindigkeitstest durchführen. Ein Klick darauf öffnet jedoch nicht sofort einen eigenen Test, sondern leitet den Nutzer zu einer Bing-Suche nach „internet speed test“ weiter. Auf der Ergebnis-Seite wird oben ein browserbasierter Speedtest eingebettet, der jedoch nicht von Microsoft selbst entwickelt wurde, sondern auf der Technologie von Speedtest.net basiert.
Weiterleitung zu Bing – Was bedeutet das für den Nutzer?
- Der Test wird nicht direkt in der Taskleiste gestartet, sondern über einen Browser-Tab geöffnet.
- Die Weiterleitung führt zu einer Bing-Suchseite, was zusätzliche Klicks erfordert.
- Der eigentliche Messvorgang nutzt die Infrastruktur von Speedtest.net, einem externen Anbieter.
- Die Benutzeroberfläche ist im Vergleich zu eigenständigen Tools eingeschränkt.
Marktführer im Speedtest-Segment – Speedtest.net
Speedtest.net, betrieben von Ookla, ist derzeit das führende Angebot für Internet-Geschwindigkeitstests. Im Jahr 2022 wurden laut den veröffentlichten Statistiken rund 26 Millionen Tests pro Tag durchgeführt. Diese Zahl verdeutlicht die hohe weltweite Nutzung und das Vertrauen der Nutzer in die Genauigkeit und Verfügbarkeit des Dienstes (Quelle: Ookla, 2022, Speedtest Statistics ).
Alternative Tools zur Überwachung der Internetgeschwindigkeit
Neben dem in Windows integrierten Ansatz gibt es zahlreiche eigenständige Programme, die eine umfassendere Analyse der Netzwerk-Performance ermöglichen. Ein Beispiel ist NetSpeedTray, das Upload- und Download-Geschwindigkeiten in Echtzeit in der Taskleiste anzeigt und zusätzliche grafische Auswertungen bietet.
Eine Umfrage aus dem Jahr 2021 ergab, dass 45 % der Nutzer sich mehr Funktionen in ihren Geschwindigkeitstest-Tools wünschen, etwa detaillierte Verlaufsgrafiken oder kontinuierliche Überwachung (Quelle: Tech Review, 2021, User Preferences in Speed Testing Tools ).
Bewertung und Gegenargumente
- Mangelnde direkte Testfunktion: Die Notwendigkeit, über Bing zu einer externen Seite zu navigieren, kann als umständlich empfunden werden.
- Frustration durch Weiterleitung: Nutzer, die schnelle Ergebnisse erwarten, könnten die zusätzliche Zwischenschicht als hinderlich wahrnehmen.
- Abhängigkeit von Drittanbietern: Da der Test auf Speedtest.net basiert, hat Microsoft keine volle Kontrolle über die Messmethodik.
- Alternative Lösungen bieten mehr Funktionen: Tools wie NetSpeedTray liefern Echtzeit-Monitoring und erweiterte Analyseoptionen, die im Microsoft-Ansatz fehlen.
Fazit
Die Integration eines Speedtests in die Windows-Taskleiste ist ein Schritt in die richtige Richtung, weil sie die Sichtbarkeit eines wichtigen Hilfsmittels erhöht. Allerdings bleibt die Umsetzung suboptimal: Statt eines sofortigen, in-Windows-ausgeführten Tests wird lediglich eine Weiterleitung zu Bing erzeugt, wobei der eigentliche Test von Speedtest.net stammt. Für Nutzer, die mehr Funktionalität und direkte Ergebnisse erwarten, sind eigenständige Programme wie NetSpeedTray nach wie vor die empfehlenswertere Wahl. Die hohe tägliche Nutzung von Speedtest.net (26 Millionen Tests) und die Umfrage, wonach 45 % mehr Funktionen wünschen, unterstreichen das bestehende Bedürfnis nach robusten, benutzerfreundlichen Lösungen.
FAQ
Wie genau ist der Speedtest von Microsoft?
Der Speedtest, den Microsoft über die Taskleiste bereitstellt, liefert ähnliche Ergebnisse wie bekannte Tests wie Speedtest.net, hat jedoch eine eingeschränkte Benutzeroberfläche.









